Das längste Einzelzeitfahren

Der Ironman-Triathlon ist nach einem halben Tag vorbei. Das Race Across America wird da erst richtig interessant: Das längste Einzelzeitfahren im Radsport führt über 4830 Kilometer von Oceanside an der Westküste bis nach Annapolis an der Ostküste der Vereinigten Staaten von Amerika. Etappen gibt es keine, nur 57 Kontrollstellen. Und ein Zeitlimit von 12 Tagen. Die Uhr tickt. Ohne Pause.

Der östereichische Extremsportler und Abenteurer Wolfgang Fasching hat das RAAM bewältigt und den Mount Everest bestiegen. Der Berg, hat er hinterher gesagt, war gefährlicher. Das Radrennen härter.

Die Besten legen die Strecke mittlerweile in acht Tagen zurück - und kommen dabei insgesamt auf gerade einmal acht Stunden Schlaf. Viele scheitern mit dieser Strategie: 50 Prozent aller Starter, sagt die Statistik, erreichen ihr Ziel nicht.

Ich habe mich für eine andere Strategie entschieden. Bei meiner ersten RAAM-Teilnahme im Jahr 2008 habe ich insgesamt 91 Stunden pausiert - und wurde auf der Strecke kein einziges Mal überholt. Das sind etwa 70 Stunden mehr an Ruhepausen, als sie sich meine Mitstreiter gönnten. Nach knapp elf Tagen war ich am Ziel. Als Siebter. Und machte von allen Teilnehmern den glücklichsten Eindruck, wie der Journalist und ehemalige RAAM-Sieger Danny Chew schrieb.

Ja, das RAAM ist hart, aber es muss keine Qual sein. Ich habe gezeigt, dass Sport sogar in solch einer extremen Variante Spaß machen kann. Masochisten haben bei einem Radrennen wie diesem sowieso nichts verloren: Sie hören nicht auf die Warnsignale ihres Körpers - und scheitern schon nach wenigen Tagen.

Das RAAM ist vor allem eine mentale Herausforderung. Als ehemaliger Manager sehe ich hier meine größte Chance. Mit sorgfältiger Planung, hoher Konzentration, Fokussierung auf das Ziel und mentalem Support durch mein Team werde ich die täglichen Herausforderungen beim RAAM 2010 meistern - und versuchen, meine eigenen Grenzen noch ein bisschen weiter auszuloten.

Ohne Druck. Ohne Schmerzen.

Nur mit Spaß an der Bewegung, an der grandiosen Kulisse Nordamerikas, am gemeinsamen Erlebnis mit meinen Freunden und meiner Familie.